Gesundheit und Krankheit beim Kaninchen

In freier Wildbahn bedeutet Krankheit für Kaninchen meistens den Tod. Ein guter Grund, Krankheitssymptome so lange wie möglich geheim zu halten. Leider ist diese Strategie nicht nur dem Wildkaninchen zu eigen, sondern auch unseren Hauskaninchen. Fallen die ersten Krankheitssymptome auf, ist die Krankheit des Stallhasen oft schon weit fortgeschritten und es wird höchste Zeit, den Tierarzt aufzusuchen.

Kaninchen verstecken Krankheitssymptome

Wenn es um das Verstecken von Krankheitssymptomen geht, sind Kaninchen nämlich wahre Meister! Selbst, wenn es ihnen gar nicht gut geht, versuchen sie sich so normal wie möglich zu verhalten.

Um möglichst schnell etwaige Abweichungen erkennen zu können, ist das Wissen um das normale Verhalten eines gesunden Kaninchens von immenser Bedeutung. Dabei gilt, je länger man sich mit seinen hoppelnden Mitbewohnern befasst, desto schneller und einfacher wird es, die ersten Krankheitszeichen zu erkennen. Einiges lässt sich im Bereich der Kaninchengesundheit zwar prophylaktisch angehen, doch ist das Hauskaninchen hierdurch nicht vor jede Krankheit oder Verstimmung gefeit!

Das gesunde Kaninchen

Ein gesundes Kaninchen ist ein kleines Energiebündel – es ist putzmunter, entdeckt mit wachem Blick seine Umgebung und bewegt sich dabei freudig.

Gesundheit des Kaninchens

Allerdings ist der Mümmelmann nicht gleich krank, wenn er einmal entspannt vor sich hin döst. Der Tagesrhythmus von Mensch und Kaninchen unterscheidet sich erheblich! Immerhin sind Kaninchen dämmerungsaktiv und nicht immer dann zu munteren Spielen aufgelegt, wenn sich der Mensch das wünscht.

Das Kaninchen beobachten

Die Phasen zwischen Aktivität und Ruhe sind beim Kaninchen allerdings klar ersichtlich, fehlen diese, heißt es Augen auf!

Dasselbe gilt, wenn das Kaninchen nicht (mehr) sensibel auf Geräusche reagiert oder nicht, bzw. kaum noch seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Mümmeln nachgeht.

Das gesunde Kaninchen erkennt man ebenso an der Optik. Ist Meister Lampe gesund und munter, putzt er sich regelmäßig, was an seinem Fellzustand schnell beurteilt werden kann. Ist das Kaninchen gesund, ist das Fell glänzend und liegt dich an, die Geschlechtsöffnungen sind sauber und ohne Verklebungen und auch Augen und Nase sind frei von etwaigen Verkrustungen. Auch die Krallen und Zähne haben eine normale Länge und behindern das gesunde Kaninchen nicht bei seinen Aktivitäten.

Letztendlich weist auch ein Blick auf den Kot auf eventuelle gesundheitliche Probleme beim Kaninchen hin. Aber Vorsicht, die Begutachtung von gesundem Kaninchenkot ist für Laien oft irreführend. Das liegt an den beiden unterschiedlichen Kotsorten, die zu einem gesunden Kaninchen gehören: Die normalen Kotkügelchen und der schleimüberzogene, weichere Blinddarmkot, der, zu allem Entsetzen, auch noch gefressen wird.

Das kranke Kaninchen

Es ist gar nicht so einfach, ein krankes Kaninchen sofort als solches zu erkennen. Zu geschickt war die Natur bei der Verteilung der „Überlebensstrategien“. Kaninchen sind nicht nur im Verstecken von sich selbst echte Künstler, sondern auch im Verstecken von Krankheitssymptomen. Ist der Mümmelmann krank, ist die genaue Beobachtungsgabe des Menschen gefragt, um mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Wer sein Kaninchen kennt, wird allerdings recht schnell merken, wenn etwas mit dem Klopfer nicht stimmt.

Krankes Kaninchen

Oft wird die Körperpflege dann vernachlässigt, das Fell glänzt nicht mehr so stark und steht mitunter struppig ab. Auch Verklebungen an den Körperöffnungen geben Hinweise auf eine Krankheit. Das Verhalten der Hauskaninchen verändert sich bei drohender Krankheit ebenfalls, denn häufig ist die Nahrungsaufnahme dann eingeschränkt und der Mümmelmann geht nicht mehr seiner Lieblingsbeschäftigung Mümmeln nach.

Alarmzeichen sind aber nicht nur in Krankheiten begründet, auch körperliche Mankos sollten ernstgenommen werden. Hierzu zählt zum Beispiel ein zu langes Wachstum der Krallen, die zwar nicht primär krank machen, durch hängenbleiben aber zu Verletzungen führen können.

Ein zu hohes Gewicht bringt ebenfalls früher oder später Probleme mit sich, weil die Kaninchen ihre Gelenkigkeit verlieren und beim Putzen nicht mehr alle Stellen, zum Beispiel den Po, erreichen.

Auch „hausgemachte“ Krankheiten kommen bei Kaninchen in Gefangenschaft häufig vor. Hierzu zählen vor allem Probleme am Bewegungsapparat durch falsches Hochheben oder Befreiungsaktionen Seitens der Langohren. Ebenso häufig kommen Atemwegserkrankungen durch Zugluft und Verdauungsprobleme durch Fressen von ungeeigneten Futtermitteln, bzw. benagen „falscher“ Gegenstände vor.

Häufige Kaninchenkrankheiten

Zu den bekanntesten Kaninchenkrankheiten zählt wohl die Myxomatose. Dieser, einst von Menschen zur Populationskontrolle eingeführte, Virus befällt auch Kaninchen in Gefangenschaft, wenn sie die Gelegenheit haben, sich anzustecken – zum Beispiel beim Freilauf im Außengehege.

Auch die Rabbit Hämorrhagic Disease, kurz RHD, besser bekannt als Chinaseuche, gehört zu den Viruserkrankungen und ist verantwortlich dafür, dass die Kaninchen urplötzlich sterben.

Neben Viren sind aber auch verschiedene Bakterien für das Auftreten von Kaninchenkrankheiten verantwortlich, zum Beispiel für den Kaninchenschnupfen. Eine der mittlerweile am häufigsten vorkommenden parasitären Infektionen beim Hauskaninchen ist die Encephalitozoonose, die lange Zeit als Schlaganfall beim Kaninchen gedeutet wurde. Auch die Kokzidiose ist einzelligen Parasiten zu verdanken und ebenfalls nicht selten. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Kaninchenkrankheiten, die häufig in Verbindung mit fütterungsbedingten Fehlern stehen – zum Beispiel Zahn-, Verdauungs- oder Harnwegsprobleme.

Krankheitsvorbeugung

Kaninchenkrankheiten gibt es zahlreiche. Sie reichen von einfachen Infektionskrankheiten, bis hin zu lebensbedrohlichen Viruserkrankungen, die sich auch mit der modernen Medizin nicht in den Griff bekommen lassen. Gegen einige dieser Krankheiten ist jedoch ein Kraut gewachsen – die Impfung.

Ob es sinnvoll ist, seine Kaninchen zu impfen, wird dem Halter in diesem Kapitel nähergebracht. Die Entscheidung wird ihm zwar nicht abgenommen, er sollte danach aber zumindest in der Lage sein, das Für und Wider für sich selber abwägen zu können. Auch auf den Bereich der Prophylaxe von Kaninchenkrankheiten soll hier näher eingegangen werden, denn viele Krankheiten und Wehwehchen entstehen aus Unkenntnis und können mit einfachen Maßnahmen vermieden werden.

Notfallapotheke

Um immer schnell auf die ersten Krankheitssymptome reagieren zu können ist es zu empfehlen eine kleine Notfallapotheke mit den wichtigsten Medikamenten für die Kaninchen zur Verfügung zu haben. Beispielsweise ein Präperat gegen Blähungen, wie beispielsweise Lefax, künstliche Tränenflüssigkeit zum Reinigen von verklebten Augen, Bephanthen Nasen und Augensalbe zur Erstversorgung von kleinen Wunden und Kratzern. Um immer schnell auf die ersten Krankheitssymptome reagieren zu können ist es zu empfehlen eine kleine Notfallapotheke mit den wichtigsten Medikamenten für die Kaninchen zur Verfügung zu haben.