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Kaninchen artgerecht halten

Das Kaninchen gehört zu den Kleintieren, die am häufigsten in Gefangenschaft gehalten werden. Kein Wunder, denn der Interessentenkreis ist so breit gestreut, wie bei keinem anderen Kleintier. Von der Haltung auf landwirtschaftlichen Betrieben, über professionelle Zuchtanlagen, bis hin zum attraktiven „Resteverwerter“ im eigenen Garten oder den ambitionierten Hobbyzüchter trifft man überall auf die kleinen Nager. Selbst den Dienst als Kuscheltier und Freizeitpartner für kleine und große Menschen erledigt das Kaninchen mit Bravour.

Zwei Kaninchen im Stall

Von Hasen und Kaninchen

Umgangssprachlich wird das Hauskaninchen gerne als Stallhase bezeichnet. Zwar gehört das Wildkaninchen – und seine domestizierte Form das Hauskaninchen – aus zoologischer Sicht zur Familie der Hasen, hat mit einem Feldhasen allerdings nicht sehr viel gemeinsam. Vor allem in punkto Lebensweise und Fortpflanzung unterscheiden sich Kaninchen und Hase enorm voneinander, aber auch in Sachen Anatomie gibt es gravierende Unterschiede. So ist das Fleisch des Kaninchens zum Beispiel weiß, während der Hase mit rotem Fleisch aufwartet.

Der Hase ist ein Bewohner der freien Feldflur, sein Überleben in der Natur sichert seine enorme Schnelligkeit. Das Kaninchen hingegen ist ein echter Grabemeister, der Höhlen und Gänge gräbt und sich schnell versteckt, wenn ein Feind um die Ecke kommt. Eine tolle Strategie ist hierbei das „Plumpsen“. Bruchteile einer Sekunde genügen und das Kaninchen ist wie von Geisterhand verschwunden, was bei seinen Feinden zu erheblicher Verwirrung führt. Dabei hat es sich lediglich in einen seiner Gänge plumpsen lassen.

Was die Fortpflanzung angeht, so sind Kaninchen im Vergleich zum Hasen viel fleißiger. Das müssen sie auch sein, denn ihre Jungen werden nackt und hilflos geboren und sind somit leichte Beute für Fressfeinde. Viele Würfe mit vielen Jungen garantieren also ihr überleben. Anders geht es da bei den Hasen zu. Sie werfen nur wenige Male im Jahr ein oder mehrere Junge, die schon sofort sehen können und mit Fell ausgestattet sind. Eine Kreuzung zwischen dem Feldhasen und dem Wildkaninchen ist übrigens nicht möglich. Die Anzahl ihrer Chromosomen, die Grundvoraussetzung für eine mögliche Verpaarung, stimmt nicht überein. Während das Kaninchen mit 44 Chromosomen auskommt, sind es beim Hasen 48.

Das Kaninchen

Ein echter Spanier

Unsere heutigen Kaninchen stammen alle von einer Kaninchenfamilie ab, dem europäischen Kaninchen. Entdeckt wurden die Urahnen unserer Hauskaninchen von den Phöniziern vor gut 3000 Jahren auf der iberischen Halbinsel, also in Spanien und Portugal. Die ersten Berichte über das Zusammenleben von Mensch und Kaninchen stammen aus der Zeit um 36 vor Christus. Damals ergänzten sie den Speiseplan der Römer und wurden in großen, ummauerten Gehegen gehalten. Zum Kuscheln waren sie zu jener Zeit aber noch nicht geeignet, denn an Zähmung dachte kaum jemand. Ihr Siegeszug über ganz Europa, ja gar weltweit, war zu diesem Zeitpunkt in vollem Gange und längst nicht mehr aufzuhalten.

Heute ist das Kaninchen in wilder oder gezähmter Form auf der ganzen Welt verbreitet. Ganz nebenbei verdankt Spanien seinen Namen übrigens den Kaninchen. Die Phönizier kannten nämlich keine Kaninchen, als sie seinerzeit die iberische Halbinsel entdeckten. Vielmehr hielten sie die Mümmelmänner für afrikanische Schliefer und nannten die frisch entdeckte iberische Halbinsel I-shepam-im (Land der Schliefer). Von den Römern wurde „I-shepam-im“ dann als Hispania, bzw. Spanien ins Lateinische übersetzt.

Vom Nahrungsmittel zum Kuscheltier

Die systematische Zucht von Kaninchen begann schon recht früh, um das fünfte Jahrhundert herum. Allerdings zu Nahrungszwecken und nicht etwa als Kuscheltier oder Freizeitpartner. Dabei war die Kaninchenzucht noch vornehmlich in den Klöstern und an den Königshöfen anzutreffen. Die echte Zucht von Kaninchen, wie wir sie heute kennen, begann hingegen erst relativ spät in der Zeitepoche – im 19. Jahrhundert.

Mit Beginn des Industriezeitalters zogen die Menschen nun vermehrt in den Lebensraum Stadt. Eine Kuh oder ein Schwein zu halten, was hier nicht mehr möglich und so wurde nach Alternativen gesucht. Was eignete sich da besser, als das anspruchslose (sowohl an Nahrung als auch an Platz) Kaninchen? Im 20. Jahrhundert trat Kaninchenfleisch dann wieder in den Hintergrund und die Zuchtbemühungen konzentrierten sich vermehrt auf Fellfarbe, Ohrformen und Charaktereigenschaften, eben auf die Herauszüchtung der einzelnen Rassen. Eine Zeit, in die auch die Geburtsstunde des Zwergkaninchens (eine Verpaarung besonders kleiner Rassevertreter) fällt und die Bedeutung des Kaninchens als Kuscheltier und Freizeitpartner mehr und mehr zunahm.

Der Siegeszug des Kaninchens

Heute trifft man in vielen Haushalten auf den Freizeitpartner Kaninchen. Seine enorme Anpassungsfähigkeit, seine einfache Haltung und sein freundliches Wesen haben da natürlich einiges zu beigetragen. Im Gegensatz zu vielen anderen Haustieren ist das Kaninchen ein sehr genügsamer Zeitgenosse, den man in seiner Nähe kaum wahrnimmt. Es ist ruhig, sauber, gelehrig, benötigt noch dazu keinen riesigen Platzanspruch und ist, sofern es nicht alleine gehalten wird, auch nicht böse, wenn man sich mal an einen Tag nicht mit ihm beschäftigt.

Dabei bedient das Kaninchen auch den kleinen Geldbeutel, denn vieles, was ein Kaninchen glücklich macht, lässt sich mit einfachen Mitteln kostengünstig selber herstellen. Das gilt nicht nur für die Einrichtung des Käfigs! Auch in Bezug auf den Speiseplan der Langohren kann der Halter den einen oder anderen Euro sparen, wenn er sich selber auf die Futtersuche begibt. Vieles, was Kaninchen mit Vorliebe verputzen, wächst einem sprichwörtlich direkt vor der Nase.


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