Kleintierhaus: sicherer Unterschlupf im Stall

In freier Wildbahn graben sich die Kaninchen eine Höhle, in der sie bei Gefahr unterschlüpfen. In einem Kaninchenstall ist dies in der Regel nicht möglich, sodass Sie Abhilfe schaffen müssen, um das Tier artgerecht zu halten. Diesbezüglich erweist sich ein sogenanntes Kleintierhaus als goldrichtige Entscheidung.

Nagerhaus für Kaninchen

Was Sie beim Kauf eines Kleintierhauses beachten sollten, welche Modelle es gibt und wie Sie selbst ein Kleintierhaus bauen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Kleintierhäuser gibt es?

Kleintierhäuser werden für sämtliche Nagetiere angeboten. Wir möchten uns hier allerdings auf die Kaninchenhäuser beschränken, bei denen die Vielfalt ebenfalls enorm ist.

Die meisten im Handel erhältlichen Kleintierhäuser bestehen aus verleimtem Holz. Es werden jedoch auch Produkte aus Kunststoff angeboten. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die wir Ihnen kurz gegenüberstellen möchten.

Kleintierhaus aus Holz

Hier muss man unterscheiden zwischen Kleintierhäusern aus echtem Holz, Modellen aus Pressspan und Produkten, bei denen auf die Holzschicht eine Schicht Rinde aufgesetzt ist. Letztere Variante überzeugt vor allem durch die Optik.

  • Langlebig
  • In vielen Varianten erhältlich
  • Natürliches Material
  • Verträglich für die Tiere (nur, wenn das Holz unbehandelt ist)
  • Kann drinnen und draußen genutzt werden
  • Bei unzureichendem Schutz nicht witterungsbeständig
  • Die Hasen knabbern möglicherweise daran herum
  • Deutlich teurer als Kunststoff-Modelle

Unser Tipp

Wenn Sie ein Kleintierhaus aus Holz im Freien nutzen, achten Sie darauf, dass dieses entsprechend beschichtet ist, damit es beispielsweise nicht durch eindringende Nässe vermodert.

Kleintierhaus aus Kunststoff

  • Langlebig
  • Pflegeleicht
  • Nagersicher
  • In bunten Farben erhältlich
  • Ideal geeignet für Gehege ohne Dach
  • Kann schädliche Substanzen enthalten
  • Kann durch Sonne oder Kälte brüchig werden
  • Verblasst durch die Sonneneinstrahlung mit der Zeit
  • Kann aufgrund des leichten Gewichts bei Sturm davon fliegen

Welche Ausführungen gibt es?

Unterscheiden kann man hinsichtlich der Varianten. Während einige Kleintierhäuser schlicht gehalten sind, gibt es beispielsweise Häuschen mit mehreren Etagen oder Bauten, die an der Oberseite über eine kleinen Plattform verfügen, auf denen die Hasen sitzen können. Außerdem wird das Kleintierhaus sowohl mit als auch ohne Tür angeboten.

Hier kommt es auf Ihren Geschmack und den individuellen Bedarf an.

Wie groß muss das Kleintierhaus sein?

Dies hängt davon ab, welche Kaninchenrasse Sie halten. Kleine Hasen benötigen ein entsprechend kleineres Haus als Riesenkaninchen. Außerdem sollten Sie Ihre Entscheidung anhand der Anzahl der Tiere fällen. Wenn Sie einen Bau benötigen, in dem sich mehrere Kaninchen einkuscheln können, muss dieser großzügig ausfallen.

Beim Kauf sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass das Kleintierhaus für Kaninchen ausgewiesen ist. Dann wird es annähernd die benötigte Größe aufweisen.

Das Kleintierhaus einrichten

Um das Kleintierhaus einzurichten, müssen Sie kein Innenarchitekt sein. Legen Sie etwas Stroh in das Haus, damit sich das Kaninchen darin ein Nest bauen kann.

Unser Tipp

Während der Wintermonate können Sie Stoffreste im Gehege unterbringen. Wird es dem Kaninchen in seinem Bau zu kalt, holt es sich die entsprechenden Dämmmittel dann eigenständig ins Haus und baut sich sein Nest.

Das Kaninchenhaus reinigen

Da Kaninchen sehr saubere Tiere sind, werden Sie das Haus in der Regel selbst „säubern“. Vermeiden Sie es daher, das gebaute Nest häufig herauszunehmen, da die Kaninchen ansonsten immer wieder von vorn beginnen müssen.

Alle zwei bis drei Wochen sollten Sie dennoch das alte Nest entfernen und neues Stroh in das Gehege geben, um die Bildung von Krankheitserregern zu verhindern.

Wichtig

Wenn Ihre Tiere irgendwelche Krankheiten haben, mit denen sich die weiteren im Gehege lebenden Tiere anstecken könnten, ist eine Desinfektion des gesamten Geheges notwendig. Dies gilt auch für das Kleintierhaus. Während Sie ein Kunststoffhaus mit Essigreiniger desinfizieren können, sollten Sie ein Holzhaus besser austauschen.

Ein Kleintierhaus selber bauen

Als Alternative zur Anschaffung eines teuren Kleintierhauses aus dem Zoogeschäft, gibt es einige Möglichkeiten, selbst eine coole Höhle zu errichten, und zwar mit geringen finanziellen Mitteln.

Möglichkeit 1: eine Kunststoffbox mit Deckel

Kaninchen lieben Höhlen, in denen Sie sich verstecken können. Diesen Effekt erreichen Sie mit einer einfachen Kunststoffkiste, die dem Kaninchen ausreichend Platz bieten sollte. Wenn Sie sich für ein durchsichtiges Produkt entscheiden, können Sie das Kaninchen sogar beobachten.

Schneiden Sie in den Deckel ein Schlupfloch, sodass der Hase später von oben in sein Haus gelangt. Sie können hierfür eine Stichsäge mit entsprechendem Sägeblatt oder beispielsweise eine Zange verwenden. Achten Sie darauf, dass das Loch ausreichend Platz bietet. Vermeiden Sie scharfe Kanten, um jegliches Verletzungsrisiko auszuschließen. Schleifen Sie die Kanten unbedingt ab oder verkleiden Sie sie beispielsweise mit Stoff.

Unser Tipp

Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung durch zusätzliche Luftlöcher.

Möglichkeit 2: die Pappkiste

Einfach, aber genial ist das Haus aus Pappe. Sie haben soeben ein Paket bekommen? Prima, wenn es sich um einen unbeschichteten Karton handelt, eignet sich dieser hervorragend als Kaninchenhaus. Schneiden Sie ein kleines Eingangsloch und einige Luftlöcher hinein und stellen Sie die neue Behausung in das Gehege.

Empfehlenswert ist diese Variante natürlich nur, wenn es sich um ein regengeschütztes Gehege handelt.

Möglichkeit 3: die Holzkiste

Im Handel werden Holzkisten in zahlreichen Größen angeboten, die meist deutlich günstiger sind als ein Kleintierhaus. Wenn Sie eine Kiste in der passenden Größe finden, können Sie diese auf den Kopf stellen, sodass Sie als Hasenhaus dient. Schneiden Sie mit einer Stichsäge ein kleines Schlupfloch und eventuell zwei Fenster hinein. Achten Sie auch hierbei auf die saubere Verarbeitung der Kanten, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Möglichkeit 4: selbst gebautes Kleintierhaus aus Holz oder Pressspan

Wenn Sie handwerklich begabt sind, spricht sicherlich nichts gegen ein komplett selbst gebautes Kleintierhaus. Holz und Pressspan eignen sich zu diesem Zwecke sehr gut.

Um das Kleintierhaus zu bauen, benötigen Sie zunächst eine Skizze, anhand der Sie die Bemaßungen festhalten. Ebenso benötigen Sie Holz, Kleber oder Schrauben sowie eine Säge und einen Schraubenzieher.

Schneiden Sie nun die Seitenteile sowie das Dach nach Ihren Wünschen zu und vergessen Sie dabei nicht die Tür sowie die Fenster. Anschließend fügen Sie alle Bauteile durch Verkleben oder Schrauben zusammen.

Unser Tipp

Verwenden Sie Kleber, der für Tiere geeignet ist. Sollten Sie mit Schrauben arbeiten, achten Sie unbedingt darauf, dass diese vollständig versenkt sind, sodass jegliches Verletzungsrisiko vermieden wird.