Kaninchenfutter selber herstellen

Kaninchen als Hausgenossen sind nicht nur bei der Fütterung genügsam, sondern geben ihren Besitzern auch hinsichtlich der Beschaffung der Futtermittel alle Freiheiten. Zwar hält der Fachhandel für den Dauerfresser Kaninchen zahlreiche Einzel- und Zusatzfuttermittel, sowie allerlei kunstvoll gestalteter Leckereien parat, es ist aber ebenso einfach und kostengünstig möglich, die Futtermittel für seine Kaninchen selber herzustellen, bzw. zu beschaffen. Hierzu ist mal wieder der Blick auf die wildlebenden Artgenossen sehr hilfreich.

Die Vielfalt, die die Natur hierbei bietet ist aber nicht nur enorm, sondern auch automatisch abwechslungsreich, da die Futterkammer von Mutter Natur von der jeweiligen Jahreszeit geprägt ist. Einige Dinge sollten Kaninchenhalter bei der Herstellung und Beschaffung von Kaninchenfutter allerdings beachten. Denn längst nicht alles, was auf den ersten Blick wie schmackhaftes Kaninchenfutter aussieht, ist auch zur Fütterung der Stallhasen geeignet.

Aus Gras mach Heu

Ideal wäre eine 24-stündige Haltung der Kaninchen auf der Wiese. Hier findet der Mümmelmann alles, was er für eine gesunde Kaninchenernährung braucht.

Kaninchen auf der Wiese

Diese Art der Kaninchenfütterung ist allerdings in den wenigsten Fällen praktikabel. In der „normalen“ Kaninchenhaltung ist Heu das, was unsere hoppelnden Hausgenossen Idealerweise als Dauernahrung zur Verfügung steht. Im Einzel- und Fachhandel sind hierzu zahlreiche unterschiedliche Varianten vom Alpenwiesenheu bis hin zum aromatisierten Heu mit Apfelstückchen zu bekommen.

Kaninchen neben Heuballen

Preislich variieren die einzelnen Sorten dabei ebenfalls enorm. Preisgünstiger und nicht weniger schlecht ist es, wenn der Halter sein Kaninchenheu selber herstellen kann. Wichtig beim Heu machen in Eigenregie ist, neben der Artenvielfalt im Gras, auch der Standort!

Die richtige Heuwiese

Fernhalten muss sich der Kaninchenhalter bei der Wahl geeigneter Plätze zum Heu machen von Ackergrünstreifen und Straßenrändern. Zum Teil sind diese durch Abgase stark mit Schwermetallen belastet, einmal ganz zu schweigen von der Beregnung mit Spritzmitteln. Häufig als Spazierweg genutzte Passagen mit Grünstreifen sollten ebenfalls gemieden werden, da diese nicht nur von Menschen als Spazierwege, sondern auch von Hunden zum Markieren genutzt werden.

Wer nicht selber die Möglichkeit hat, sein eigenes Stückchen Kaninchenwiese zum Heu machen anzubauen, der wird sicherlich auf einer Obstwiese fündig. Vorsicht ist hier wiederum in Hinblick auf Giftpflanzen geboten. Nahezu perfekt für die Heugewinnung in Eigenregie ist ein Stück extensiv genutzte Pferdeweide, oder stillgelegte Weideflächen, wie sie in Naturschutzgebieten zu finden sind.

Da Pferde und Kaninchen einen ähnlichen Verdauungstrakt besitzen und auch geschmacklich nahe beieinander liegen, drängt es sich förmlich auf, hier ein Pläuschchen mit dem Bauern zu halten, ob er nicht ein kleines Stückchen Weide für die Kaninchenheugewinnung zur Verfügung stellt. Die Kunst des Heumachens ist dabei gar nicht so schwer zu erlenen. Und ganz nebenbei macht es jede Menge Spaß, das Heu für Kaninchen selber zu ernten.

Gartenbau für Kaninchen

Obst, Gemüse, Sämereien, Kräuter – Hauptsache vegetarisch und ohne Faul- oder Schimmelstellen! So lautet das Motto der abwechslungsreichen und gesunden Kaninchenfütterung. Vieles, was der Mensch aus der gesunden Küche kennt, ist auch für die Kaninchenfütterung bestens geeignet. Schön, wenn einem dann noch ein kleines Fleckchen Garten zur Verfügung steht, in dem man das Kaninchenfutter selber anbauen kann.

Doch selbst, wenn dem Halter dieses Glück nicht vergönnt ist, lassen sich für die genügsamen Langohren auch auf dem Balkon einige gesunde Leckerbissen anbauen. So finden Kräutertöpfe und ein paar Sonnenblumen selbst in der kleinsten Nische ihr Plätzchen. Welche Futtermittel für Kaninchen sich zum Selbstanbau eignen, wie viel Platz für die jeweiligen Nahrungsmittel benötigt wird und welche Kaninchenfuttermittel einem in der Natur buchstäblich vor der Nase wachsen und nur aufs Pflücken warten, wird in diesem Kapitel näher beleuchtet.

Kaninchenfutter selber pflücken

Kaninchenfutter kann man nicht nur selber anbauen, auch Haushalts- und Gartenabfälle eignen sich gut, um ans Hauskaninchen verfüttert zu werden. Selbst beim Spaziergang findet sich für den Hausgenossen den ein oder andere gesunde Leckerbissen.

Das können zum Beispiel schmackhafte Zweige von einer Streuobstwiese sein. Zu beachten gilt hier allerdings: Vorsicht bei Steinobst! Keine Steinobstzweige, denn die sind für Kaninchen giftig. Dafür werden Zweige von Buche, Ahorn, Weide, Linde und vielen anderen Arten, die einem bei einem Waldspaziergang unter die Hände kommen, vom Kaninchen gerne als Knabberei für Zwischendurch genommen.

Auch Klee oder Brennnesseln, sowie Löwenzahn werden von Kaninchen nicht verschmäht. Die Menge sollte sich allerdings in Grenzen halten, da dieses Grün sehr viel Eiweiß und damit Energie enthält. Eine Leckerei und gleichzeitig gut für die Zähne ist übrigens der ein oder andere Maiskolben, den man den Langohren – natürlich nur mit Zustimmung des Bauern – vom Beutezug mitbringt.