Kaninchenfutter vom Baby bis zum Senior

Damit sich Kaninchenbabys prächtig entwickeln, ist die richtige Fütterung entscheidend. Diese muss allerdings stets dem Alter entsprechend gestaltet werden. So hat ein Neugeborenes andere Ansprüche als ausgewachsene Kaninchen oder gar Senioren. Wir erklären Ihnen, welches Futter für die jeweilige Lebensphase am besten geeignet ist.

Vom Kaninchenbaby zum Senior

Die Fütterung der Kaninchenbabys

Während der ersten drei bis dreieinhalb Lebenswochen werden die Babys in der Regel von der Mutter gesäugt, sofern diese es zulässt. In einigen Fällen – beispielsweise wenn das Baby nicht ausreichend Milch bekommt – kann die Handaufzucht ratsam sein, auf die wir an anderer Stelle näher eingehen werden. Doch die Milchbar ist nicht dauerhaft „geöffnet“, denn die Mutter lässt die Kleinen in der Regel nur maximal zweimal täglich trinken. Dies reicht aus, um die Kaninchenbabys zu nähren, denn der Eiweißanteil der Muttermilch ist im Vergleich zur Kuhmilch extrem hoch. Die Kleinen nehmen kräftig zu, was man an den kleinen Kugelbäuchen erkennen kann. Auch Kalzium, welches sie für die Entwicklung benötigen, ist in einer hohen Konzentration enthalten.

Ab etwa der vierten Lebenswoche werden die Kleinen mobil und verlassen das Nest erstmals. Sie erkunden die Umgebung und tun es den Großen gleich, indem sie sich am Knabbern von Salatblättern oder Gras versuchen. Ab jetzt kommen sie mit „richtigem“ Futter in Kontakt.

Unser Tipp


Die Umstellung auf eine herkömmliche Fütterung sollte langsam erfolgen, damit sich das Verdauungssystem des Kaninchenbabys zunächst an die neue Kost gewöhnen kann.

Nach und nach wird sich das Jungtier an die feste Nahrung gewöhnen und kann von nun an all die Dinge fressen, die dem ausgewachsenen Kaninchen entsprechen.

Langsam kann man die Kaninchenbabys gewöhnen an beispielsweise:

  • Kräuter, wie Löwenzahn, Basilikum, Wiesensalbei, Brennnessel oder Kamille
  • Obst, wie z.B. Apfel, Erdbeere, Banane
  • Gemüse, wie beispielsweise Möhren, Blätter vom Kohlrabi oder Salat

Unser Tipp


Sie können aus den oben genannten Futtermitteln leckere Snacks für Kaninchen herstellen, indem Sie sie trocknen.

Einer der wichtigsten Bestandteile bei der Kaninchenfütterung ist bereits im jungen Alter die Raufaser, die Sie den Kleinen in Form von Gras oder Heu anbieten können.

Achtung


An frisches Grün muss sich der zunächst noch empfindliche Magen gewöhnen. Andernfalls müssen Sie mit Durchfallerkrankungen rechnen.

Ebenso achten Sie auf eine ausreichende Menge an Wasser. Am besten trinken Kaninchenkinder aus einer Nippeltränke, die über eine Art Strohhalm verfügt. Dies ähnelt dem Säugen der Mutter, sodass sich die Kleinen hieran sehr gut gewöhnen.

Welche Futterbedürfnisse haben Kaninchensenioren?

Je nach Rasse und der damit verbundenen Lebenserwartung gelten die meisten Kaninchen ab einem Alter von 5 bis 7 Jahren als Senioren. Die Lebenserwartung liegt etwas zwischen 7 und 13 Jahren.

Wie beim Menschen, stellen sich auch beim Hasen ab einem bestimmten Alter kleine Wehwehchen ein, die sogar Schmerzen verursachen können. Übergewicht ist ein häufiges Problem, denn die alten Hasen bewegen sich lange nicht so viel wie ihre jüngeren Artgenossen und verbrauchen demzufolge weniger Energie.

Ebenso kommt es teilweise zu Untergewicht, welches in einer schlechten Zahngesundheit begründet liegt. Wird ein Kaninchen sein Leben lang falsch gefüttert, nutzen sich die Zähne nicht naturgemäß ab, sodass diese im hohen Alter Probleme bereiten. Deshalb ist bei der Fütterung der Kaninchensenioren Vorsicht geboten.

Generell gilt: Senioren benötigen viel Flüssigkeit, die nicht nur in Form von Wasser immer zur Verfügung stehen muss. Wasserreichte Nahrungsmittel sollten stets in Reichweite sein. Hierzu gehören z.B. frisches Gras und Salate. Im Winter können Sie zudem verschiedene Kohlsorten anbieten, denn diese haben einen hohen Wasseranteil.

Achtung


Bei übergewichtigen Kaninchen kürzen Sie die Nahrungsrationen minimal und beobachten die Veränderungen.

Unser Tipp


Wenn das Kaninchen plötzlich untergewichtig wird, sollten Sie zunächst den Zahnstand kontrollieren lassen. Damit der Hase wieder zunimmt, können Sie ihm jeden Tag ein kleines Stück Banane anbieten. Beobachten Sie jedoch gleichzeitig die Verdauung, da nicht alle Hasen dieses Obst gut vertragen.

Kaninchenstall auf „Senioren“ umstellen

Junge Kaninchen lieben es, sich ihr Futter zu suchen. Sie erkunden den gesamten Stall oder das Freigehege und werden bei der Futtersuche kreativ. Im Alter fällt es den Hasen allerdings zunehmend schwerer, sich zu bewegen. Es ist daher wichtig, dass das benötigte Futter in Reichweite steht. Bringen Sie die Tränke im unteren Bereich des Stalls an und auch die Futternäpfe sowie die Heuraufen sollten sich in einer für das Tier angenehmen Höhe befinden.