Weissgrannen Kaninchen

Die lebhaften Silberfüchse

Durch ihre sehr dichte Unterwolle sind Weissgrannen robuste Kaninchen und zudem sehr widerstandsfähig gegen etwaige ansteckende Krankheiten. Auch ihre hohe Fruchtbarkeit, bei gleichzeitiger Frohwüchsigkeit, erfreut das Züchterherz.

Herkunft
Deutschland
Mindestgewicht
2,50 kg
Idealgewicht
3,50 bis 4,50 kg
Anerkannt seit
1956
Farben
Schwarz (zeige alle) , Blau (zeige alle) , Havannafarbig (zeige alle)

Weissgrannen Kaninchen

Wie bei der Erschaffung vieler anderer Kaninchenrassen hat man sich auch bei der Erzüchtung von Weissgrannen so seine Gedanken gemacht, das Fell eines anderen Tieres zu imitieren. In diesem Fall fiel die Wahl auf einen „Nachbau“ des Silberfuchses. Dieser, selten wie teuer, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts also einfach durch ein günstiges Kaninchenfell im gleichen Look ersetzt und erfreute sich großer Beliebtheit.

Bis das Weissgrannen Kaninchen nun auch in Deutschland anerkannt wurde, sollten aber noch etliche Jahre ins Land ziehen. Erst im Jahr 1962 wurde diese Kaninchenrasse in Deutschland anerkannt.

Herkunft der Weissgrannen

Die Erzüchtung des Weissgrannen Kaninchens ist nicht auf einen einzigen Ursprung beschränkt, sondern vielmehr an verschiedenen Zuchtstätten in ganz Deutschland vollkommen unabhängig voneinander entstanden. Von den ersten Weissgrannen ist im Jahr 1928 die Rede, als diese vom gebürtigen schweizer Kleintierzüchter, Buchautor und Pelztierimporteur Friedrich Joppich gezeigt wurden. Er stellte die Silberfuchsfarbigen Kaninchen auf einer Edelpelztierschau in Berlin aus, wo sie seinerzeit noch den Namen Deutsches Silberfuchskaninchen trugen.

Auch in anderen Ländern, unter anderem in den Niederlanden, kannte man Kaninchen mit derartigem Farbschlag, die zumeist vereinzelt in Würfen von Chinchillakaninchen zu finden waren.

Mit den Kriegshandlungen im Zweiten Weltkrieg befasste man sich nicht mehr mit der Zucht von hübschen Kaninchen, andere Dinge waren wichtiger. Erst, als der Krieg vorbei war und wieder Ruhe einkehrte, kam die ambitionierte Kläre Geißler wieder auf die Idee, die Weissgrannenzucht anzukurbeln. Mit zwei Jungtieren aus einem Chinchillawurf baute die Züchterin aus Bad Klosterlausnitz im Jahr 1949 erneut die Weissgrannenzucht auf und stellte 1951 die ersten Rassevertreter aus.

Wie schon zuvor hatten auch Züchter an anderen Orten, unabhängig von Geißler, Gefallen an der Fellfärbung gefunden und befassten sich mit der Züchtung von Weissgrannen. Die Anerkennung als Rasse folgte zwischen den Jahren 1957 und 1962, wobei ihre Verbreitung zwar zunahm, Weissgrannen aber dennoch nicht sonderlich häufig bei Züchtern zu finden sind.

Aussehen der Weissgrannen Kaninchen

Weissgrannen zählen zur Abteilung der mittelgroßen Rassen und warten mit einem Gewicht von maximal 4,25 Kilogramm auf.

Ihr Körperbau ist kompakt und gedrungen, sie wirken aber durch die nicht so stark ausgeprägte Beckenmuskulatur etwas filigraner, als andere Kaninchenrassen dieser Abteilung. Der walzenförmige Körper ist mit einer breiten Brustpartie und einem gut gerundeten Hinterteil ausgestattet, das über eine ebene Rückenlinie erreicht wird.

Die Läufe der Weissgrannen sind kräftig und von mittellanger, gerader Struktur.

Markant sind die Kopfmerkmale des insgesamt recht kurzen Kopfes. Weissgrannen sind mit einer breiten Stirn und der ebenfalls breiten Schnauzenpartie von kräftiger Optik, wobei der Kopf im Allgemeinen eher klein wirkt. Unterstützt wird dieser Eindruck von den kräftigen Ohren, die hinsichtlich ihrer Länge der des Körpers entsprechen.

Die Häsin ist insgesamt leichter und feiner im gesamten Körperbau und verfügt nicht über eine Wamme. Bei älteren Damen ist diese aber dennoch erlaubt, sofern sie klein und wohlgeformt ist.

Die Farben der Weissgrannen Kaninchen

Anerkannt sind drei Farbschläge des Weissgrannen Kaninchens: Schwarz, Blau und Braun, auch als havannafarbig bezeichnet, wobei schwarze Weissgrannen am häufigsten vorkommen und havannafarbige Weissgrannen wenig verbreitet sind.

Die Deckfarbe von Rumpf, Kopf, Ohren und Läufen entspricht dem jeweiligen Farbschlag, ist also entweder schwarz, blau oder havanna. Die Unterseite des Kaninchens, Bauch, Innenseite der Läufe, Blumenunterseite, ist bei allen Farbschlägen weiß, wobei die Schoßflecken etwas dunkler getönt sind und sich die weiße Bauchunterseite als Grannenhaar von Brust über Flanken bis zum Hinterteil fortführt.

Am Kopf sind ebenfalls weiße Abzeichen gefordert. So tragen Weissgrannen eine weiße Umrandung um Augen und Nasenlöcher sowie an den Kinnbacken. Auch die Ohren sollten einen weißen Rahmen tragen und am Ohransatz als kleiner, weißer Fleck sichtbar sein. Die Augenfarbe der Weissgrannen Kaninchen richtet sich nach der Farbe des Deckhaars, sollte bei den schwarzen Weissgrannen dunkelbraun, bei den blauen Weissgrannen blaugrau und bei den havannafarbigen Weissgrannen leicht rötlich braun sein.

Haltung von Weissgrannen

Weissgrannen Kaninchen sind sehr lebhafte Kaninchen, die aber dennoch gut zu handhaben sind. In der Haltung selbst sind sie recht unkompliziert. Durch ihre sehr dichte Unterwolle sind Weissgrannen robuste Kaninchen und zudem sehr widerstandsfähig gegen etwaige ansteckende Krankheiten. Auch ihre hohe Fruchtbarkeit, bei gleichzeitiger Frohwüchsigkeit, erfreut das Züchterherz.

Viel Freude bereiten sie ihrem Halter auch hinsichtlich der Ernährung, denn auch hier stellen sie kaum Ansprüche. Dennoch wollen sie, wie alle Kaninchen, artgerecht ernährt werden, wobei die Weissgrannen als gute Futterverwerter gelten. Wird ihnen nicht genügend Bewegung geboten, kann das allerdings leicht in Fettleibigkeit umschlagen, was über kurz oder lang zu gesundheitlichen Problemen führt.

Obschon ihres schönen Fells sind Weissgrannen auf Ausstellung gerne gesehen. Hier begeistern sie vor allem in ihrer Jugend. Bei älteren Kaninchen kann die Fellfarbe durch Sonneneinstrahlung hingegen deutlich in ihrer Ausstrahlung leiden.

Besonderheiten bei den Weissgrannen

Die einfache Zucht und Haltung von Weissgrannen, gepaart mit der Freundlichkeit, der leichten Handhabung und der markanten Fellzeichnung machen diese Kaninchen zu einer für Anfänger gut geeigneten Rasse.

Doch nicht nur Liebhaber markanter Farben und lustiger Mitbewohner kommen bei den Weissgrannen auf ihre Kosten, auch wirtschaftlich kann sich das Weissgrannen Kaninchen durchaus sehen lassen, wurde es doch einst nicht nur des hübschen Fells wegen gezüchtet.